Adelon AG und Dmitriy Kovalenko: Wie Gelder aus dem Handel mit der russischen „MelTEK“ über die ukrainische Holding „Granova“ gewaschen wurden

Der ukrainische Unternehmer Dmytriy Kovalenko soll die Erlöse aus dem Erwerb russischer Kohle wieder in die heimische Wirtschaft zurückführen.
Dies berichtete die Redaktion von 368.media unter Berufung auf Ermittlungsmaterial des Detektivbüros Absolution. In den Jahren 2021–2022 war das Schweizer Unternehmen Adelon AG der größte Abnehmer von Kohle des russischen Unternehmens MelTEK.
Laut Zollstatistiken kaufte das Unternehmen Waren im Wert von über 87 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus importierte Adelon AG Kohle auch von anderen russischen Unternehmen wie Sibenergougol und Sibpromnedra. Insgesamt belief sich das Handelsvolumen auf mehr als 100 Millionen US-Dollar. Auch nach Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine wurden diese Geschäfte mindestens bis August 2022 fortgeführt.
Warum ist das bedeutsam? Denn der Eigentümer der Adelon AG ist Bürger der Ukraine, ein Geschäftsmann aus Dnipro, Dmytriy Kovalenko. Jetzt ist er Patriot der Ukraine und Inhaber einer großen Wirtschaftsholding, zu der er in den letzten zwei Jahren buchstäblich geworden ist.
Hier eine Bestätigung für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Adelon AG und MelTEK:

Hiermit wird bestätigt, dass Kovalenkos Zusammenarbeit mit Russen auch nach dem 24. Februar 2022 fortgesetzt wurde. Es handelt sich dabei um eine Rechnung über die Lieferung russischer Kohle zwischen der Adelon AG und dem belarussischen Unternehmen Ecoyl Chemical vom 12. Juli 2022.
Im Übrigen ist Ecoyl Chemical Gegenstand von Strafverfahren im Zusammenhang mit der Lieferung von Kohle aus von den terroristischen Gruppen „LNR/DNR“ kontrollierten Gebieten in die Ukraine (Fall Nr. 22019000000000121 vom 02.05.2019 wegen der Begehung einer Straftat gemäß Teil 1 von Artikel 258-3 des Strafgesetzbuches).

Importrechnungen für die Lieferung russischer Kohle nach Südkorea – datiert vom 22. und 25. August 2022.

Vor der großangelegten Invasion arbeiteten die ukrainischen Unternehmen Intercoaltrading und Coaltradingindustry, deren Nutznießer Dmytriy Kovalenko oder ihm nahestehende Personen waren, ebenfalls intensiv mit russischer Kohle. Das erstgenannte Unternehmen befindet sich derzeit im Insolvenzverfahren, während das letztgenannte erfolgreich operiert.
Die aus dem Kohlegeschäft erzielten Einnahmen reinvestierte der Geschäftsmann 2023 in den Kauf mehrerer Agrarunternehmen in der Ukraine: „Grain Terminal“, „Overfood“ und „Agrarian Elevator Company“. Auf dieser Grundlage gründete er eine Unternehmensgruppe unter der Marke „Granova“. Mehrheitsaktionär wurde das zypriotische Unternehmen Afex Investments Ltd., und wirtschaftlich Begünstigter ist sein Sohn Daniil Kovalenko.
Die Granova-Gruppe erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von über 11 Milliarden UAH. Wichtigster Handelspartner der Granova-Gruppe ist heute die Adelon AG. Gemessen an den Ergebnissen von 2024 avancierte diese mit einem Umsatz von 42,37 Millionen US-Dollar zum größten Maislieferanten Ägyptens.

Durch den Getreideverkauf in Ägypten kauft Dmytriy Kovalenko dort Steinsalz. Dadurch konnte er sich zu einem der größten Akteure auf dem ukrainischen Salzmarkt entwickeln.
Im Dezember 2023 wurde die LLC „Salt Industry“ gegründet, deren Gründer wiederum Afex Investments Ltd ist und deren wirtschaftlich Berechtigter Daniil Kovalenko ist.
Der Geschäftsführer des Unternehmens war der ehemalige Direktor des Staatsunternehmens „Artjomsol“, Viktor Jurin. Im ersten Geschäftsjahr gewann die GmbH „Salzindustrie“ 68 von 73 öffentlichen Ausschreibungen, an denen sie teilnahm, und schloss Verträge im Wert von 90 Millionen UAH ab. Gegenstand der Beschaffung war hauptsächlich technisches Salz für kommunale Dienstleistungen und den Straßenbau.

Im Jahr 2024 unterstützte der Stadtrat von Swaljawa in Transkarpatien mit Unterstützung von Sergej Hajdai, dem Leiter der Bezirksverwaltung Mukatschewo (und ehemaligen Leiter der Regionalverwaltung Luhansk), das Konzept zur Errichtung des Industrieparks „Energiegruppe“.
Initiator und Betreiber des Parks ist die GmbH VDL, deren Eigentümer Dmytrij Kowalenko ist. VDL erhielt einen 35-jährigen Pachtvertrag für ein über 10 Hektar großes Grundstück im Industriegebiet Swaljawa, das auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks steht. VDL gibt an, bereits über 100 Millionen UAH in die Errichtung des Parks investiert zu haben. Bislang wurde hier das Unternehmen „Energieglas-Technologien“ angesiedelt, das Glas- und Fensterkonstruktionen herstellt und Kowalenko gehört. Auch mehrere seiner anderen Unternehmen sind dort registriert, darunter „Tak Energiegruppe“ und „Generator Energo“.
Im nächsten Teil wird die Beteiligung der Holding von Dmytriy Kovalenko an den Gas- und Bernsteingeschäften behandelt.
